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Schmeißfliegen

Lat. „Calliphoridae“
Familie der Unterordnung „Fliegen“
1 Familie, 2 Arten

Schmeißfliegen ernähren sich von Nektar, Pollen und Honigtau, suchen jedoch auch nach zerfallenen organischen Stoffen und fliegen auf aasähnliche Blüten oder Pilze. Die Männchen erkennen die Weibchen wahrscheinlich durch Berührung und Geruch. Die Eiablage erfolgt auf organischen Stoffen und die Larven schlüpfen, wenn die Eientwicklung weit fortgeschritten ist. Die Larven leben in verrottenden pflanzlichen und tierischen Stoffen, auch in Leichen und Kot. Schmeißfliegen haben auch parasitäre Arten, die als Außen- oder Innenparasiten bei verschiedenen Wirbeltieren vorkommen. Ihre Larven können offene Wunden oder die Haut von Wirtstieren befallen. Schmeißfliegen können Krankheiten auf Tiere und Menschen übertragen und gelten als Schädlinge, da sie Fleisch, Fisch und Milchprodukte beeinträchtigen können.

Hierarchie

Goldfliege
Lat. „Lucilia sericata“
Art der Familie „Schmeißfliegen“
1 Art

Lebensweise
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Die Schmeißfliegen sind vor allem an Blüten, meistens an Blütendolden, zu finden. Dabei können sie in beinahe allen Biotopen vorkommen. Sie ernähren sich von Nektar und Pollen und auch von Honigtau, wobei die Geschmacksorgane wie bei vielen Fliegen an den Fußgliedern zu finden sind. Zur Aufnahme von Säften suchen die Fliegen häufig zerfallene organische Stoffe auf und fliegen nach Aas riechende Blüten (etwa den Aronstab) oder Pilze (wie die Stinkmorchel (Phallus impudicus)) an. Bei der Stinkmorchel bewirkt der Duftstoff Phenylacetaldehyd die Anlockung. Die Fliegen fressen hier den Schleim des Pilzes, der auch dessen unverdauliche Sporen enthält, und sorgen so auch für die Verbreitung der Pilze. Die Erkennung der Partnerin durch die Männchen erfolgt bei einigen Arten (etwa bei Protophormia terraenovae) dadurch, dass die Weibchen mit den Füßen ertastet und wahrscheinlich anhand der Geruchssensoren erkannt werden. Ist das Weibchen nicht paarungswillig, so wehrt es das Männchen durch Vibrieren der Flügel ab.

Entwicklung
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Die bis zu mehrere hundert Eier enthaltenden Gelege werden auf organischen, meist proteinreichen Stoffen abgesetzt. Bei Legenot kann die Eientwicklung jedoch schon so weit fortgeschritten sein, dass während oder kurz nach der Eiablage die Larven (Maden) schlüpfen. Die Anlockung erfolgt dabei durch Geruchsstoffe, die bei der Verwesung und dem bakteriellen Abbau von Eiweiß entstehen, etwa Ethylmercaptan, Indol, Skatol, Ammoniumcarbonat und verschiedene Amine. Die Wahrnehmung dieser Stoffe erfolgt durch spezifische Geruchssinnesorgane an den Antennen der Fliegen, wobei verschiedene Arten durch verschiedene Gerüche angelockt werden. So wirkt Ethylmercaptan sehr stark auf Arten der Gattung Lucilia, dagegen kaum auf Calliphora-Arten. Ebenfalls wichtig ist die richtige Mischung der Geruchsstoffe, wobei einzelne Geruchsfaktoren je nach Konzentration anlockend, ein anderes Mal wiederum abstoßend wirken können. Aus diesem Grunde treffen unterschiedliche Arten der Schmeißfliegen zu unterschiedlichen Zeitpunkten an verwesenden Körpern ein und legen ihre Eier ab. Dieses Verhalten nutzt man etwa in der forensischen Entomologie, um den Todeszeitpunkt und die Liegedauer von Leichen zu bestimmen. Die Larven atmen in den ersten Stadien über die Haut, ab dem dritten Stadium öffnen sich die vordersten und hintersten Stigmen des Tracheensystems. Sie stellen in der Körperform die klassischen kopflosen Maden dar. Schmeißfliegenmaden leben in und an pflanzlichen und tierischen Stoffen, die sich in Zersetzung befinden. Dazu gehören auch Leichen (Nekrophagie) und Exkremente (Koprophagie). Bei einigen Arten findet die Verdauung der Nahrung außerhalb des Körpers statt (exogene Verdauung), indem sie diese mit ihren Verdauungssäften vermischen und den angedauten Nahrungsbrei danach aufnehmen. Unter den Schmeißfliegen finden sich neben diesen Arten auch solche, welche als Außen- oder Innenparasiten bei verschiedenen Wirbeltieren, auch beim Menschen, vorkommen. Diese leben entweder in offenen Wunden oder unter der Haut (Myiasis) der Wirte. In diese Gruppe gehören Vertreter der Gattungen Cordylobia (z. B. die Tumbufliege), Lucilia und Phormia, wobei die Larven von Lucilia sericata als Mittel der Wundheilung genutzt werden, da sie sehr spezifisch nekrotisches Gewebe fressen und auf diese Weise die Wunde sauber halten. Die Verpuppung der Schmeißfliegen findet meist am oder im Boden statt, man findet die Puppen einiger Arten jedoch auch in Nestern der Wirtstiere oder im gestorbenen Wirt.

Schadwirkung
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Die Stoffwechselprodukte der Schmeißfliegenlarven sind für den menschlichen Organismus nicht gesund, und von ihnen einmal befallenes Fleisch ist nicht mehr für den menschlichen Verzehr geeignet. Bei ihren Besuchen auf den Lebensmitteln übertragen sie auch Mikroorganismen, die Eiweiß, Kohlenhydrate und Fette zersetzen. Diese Vektorleistung macht sie für den Menschen zu gefährlichen Schädlingen an Fleisch, Fisch und Milchprodukten.

Schmeißfliegen als Krankheitsüberträger
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Genau wie einige andere Fliegen auch sind Schmeißfliegen potenzielle Träger auch von pathogenen Keimen und können somit Krankheiten auf Tiere und Menschen übertragen. Die von ihnen ausgelöste Myiasis wird auch als Wohlfahrtiose bezeichnet.

Systematik
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In Europa kommen über 100 Arten vor:

Literatur
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Joachim Haupt, Hiroko Haupt: Fliegen und Mücken – Beobachtung, Lebensweise. Naturbuch, Augsburg 1998, ISBN 3-89440-278-4. Klaus Honomichl, Heiko Bellmann: Biologie und Ökologie der Insekten. CD-Rom, Fischer, Stuttgart/ Jena/ New York 1996, ISBN 3-437-25020-5. Klaus Honomichl, Werner Jacobs: Biologie und Ökologie der Insekten: ein Taschenlexikon. 3. Auflage, Fischer, Stuttgart u. a. 1998, ISBN 3-437-25890-7. Bernd Karger (Bearb.): Handbuch gerichtliche Medizin. Band 1, Springer, Berlin 2004, ISBN 3-540-00259-6, S. 170–187, Kapitel 2.2.7 .

Weblinks#

== Einzelnachweise ==

Schmeißfliegen ernähren sich von Nektar, Pollen und Honigtau, suchen jedoch auch nach zerfallenen organischen Stoffen und fliegen auf aasähnliche Blüten oder Pilze. Die Männchen erkennen die Weibchen wahrscheinlich durch Berührung und Geruch. Die Eiablage erfolgt auf organischen Stoffen und die Larven schlüpfen, wenn die Eientwicklung weit fortgeschritten ist. Die Larven leben in verrottenden pflanzlichen und tierischen Stoffen, auch in Leichen und Kot. Schmeißfliegen haben auch parasitäre Arten, die als Außen- oder Innenparasiten bei verschiedenen Wirbeltieren vorkommen. Ihre Larven können offene Wunden oder die Haut von Wirtstieren befallen. Schmeißfliegen können Krankheiten auf Tiere und Menschen übertragen und gelten als Schädlinge, da sie Fleisch, Fisch und Milchprodukte beeinträchtigen können.

Abstammungsdiagramm

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