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Schnepfenfliegen

Lat. „Rhagionidae“
Familie der Unterordnung „Fliegen“
1 Familie, 2 Arten

Die Schnepfenfliegen sind schlank, langbeinig und haben einen kräftigen Rüssel. Sie sind vor allem in Wäldern und an Waldrändern zu finden und sitzen oft mit abgespreizten Beinen an Baumstämmen. Sie ernähren sich von kleinen Insekten und nehmen wahrscheinlich auch Honigtau, Pollen und Pflanzensäfte auf. Die Larven leben am und im Boden und ernähren sich von kleinen Insekten und möglicherweise auch von pflanzlichen und tierischen Stoffen. Schnepfenfliegen sind fossilen Belegen zufolge schon seit der Jurazeit bekannt. Es gibt eine Vielzahl von Arten in Deutschland, darunter Chrysopilus, Ptiolina, Rhagio, Spania und Symphoromyia.

Hierarchie

Baum-Schnepfenfliege
Lat. „Chrysopilus laetus“
Art der Familie „Schnepfenfliegen“
1 Art

Merkmale
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Die Fliegen sind sehr schlank und langbeinig. Auffällig ist der kräftige „Rüssel“, der der Nahrungsaufnahme dient. Der Hinterleib ist bei einigen der häufigeren Arten gelblich und dunkel gezeichnet. Die Mundwerkzeuge sind mit denen der Bremsen (Tabanidae) zu vergleichen und sehr scharf.

Lebensweise
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Die Schnepfenfliegen sind vor allem in Wäldern und an Waldrändern zu finden und sitzen oft mit abgespreizten Beinen und erhobenem Vorderkörper an Baumstämmen. Meistens weist der Kopf dabei nach unten, etwa bei Rhagio scolopacea. Sie ernähren sich meist von kleinen Insekten und nehmen wahrscheinlich auch Honigtau, Pollen und Pflanzensäfte auf. Die Arten der Gattung Symphoromyia und Spaniopsis saugen Blut bei Wirbeltieren und auch beim Menschen. Die Weibchen einiger ausländischer Arten ernähren sich auch ausschließlich von Nektar.

Larvalentwicklung
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Die Schnepfenfliegenweibchen legen ihre Eier in der Regel einzeln auf den Boden, in Mist oder morsches Holz. Die Larven sind langgestreckt und haben eine unvollständige Kopfkapsel sowie Mundhaken, die aus den Mandibeln und Maxillen gebildet werden. Der Körper ist mit schwachen Kriechwülsten ausgestattet. Sie leben am und im Boden, zwischen Moos, Laubstreu, in Mist sowie unter Rinde und ernähren sich meist von kleinen Insekten. Die Larven von Rhagio scolopaceus gehen gerne an Regenwürmer. Sie fressen wahrscheinlich auch zerfallende pflanzliche und tierische Stoffe. Die Puppen der Schnepfenfliegen leben im Boden. Die Überwinterung erfolgt meistens als Larve.

Fossile Belege
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Die ältesten fossilen Belege stammen aus jurassischen Formationen an verschiedenen Orten Zentralasiens und Chinas. Weitere mesozoische Belege gehen auf Funde in Sibirischem Bernstein zurück. Die weitaus meisten fossilen Schnepfenfliegen sind aus tertiären Bernsteinlagerstätten bekannt, insbesondere aus dem eozänen Baltischen Bernstein.

Arten aus Deutschland
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Chrysopilus Chrysopilus alpicola Chrysopilus asiliformis Chrysopilus aureus Kronen-Schnepfenfliege (Chrysopilus cristatus) Chrysopilus erythrophthalmus Chrysopilus flaveolus Chrysopilus helvolus Baum-Schnepfenfliege (Chrysopilus laetus) Chrysopilus luteolus Chrysopilus maerens Chrysopilus nigricauda Chrysopilus nubecula Chrysopilus pullus Chrysopilus splendidus Ptiolina Ptiolina cinereofasciata Ptiolina obscura Ptiolina paradoxa Rhagio Rhagio annulatus Rhagio atlanticus Rhagio cingulatus Rhagio conspicuus Rhagio flavicornis Rhagio freyae Rhagio immaculatus Rhagio latipennis Rhagio lineola Rhagio maculatus Rhagio montanus Rhagio notatus Gemeine Schnepfenfliege (Rhagio scolopaceus) Rhagio strigosus Goldgelbe Schnepfenfliege (Rhagio tringarius) Schwarzfüßige Schnepfenfliege (Rhagio vitripennis) Spania Spania nigra Symphoromyia Symphoromyia crassicornis Symphoromyia immaculata Symphoromyia melaena

Literatur
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J. Haupt, H. Haupt: Fliegen und Mücken – Beobachtung, Lebensweise. Augsburg 1998, ISBN 3-89440-278-4. K. Honomichl, H. Bellmann: Biologie und Ökologie der Insekten. + CD-Rom. Gustav Fischer Verlag, Stuttgart 1994.

== Weblinks ==

Die Schnepfenfliegen sind schlank, langbeinig und haben einen kräftigen Rüssel. Sie sind vor allem in Wäldern und an Waldrändern zu finden und sitzen oft mit abgespreizten Beinen an Baumstämmen. Sie ernähren sich von kleinen Insekten und nehmen wahrscheinlich auch Honigtau, Pollen und Pflanzensäfte auf. Die Larven leben am und im Boden und ernähren sich von kleinen Insekten und möglicherweise auch von pflanzlichen und tierischen Stoffen. Schnepfenfliegen sind fossilen Belegen zufolge schon seit der Jurazeit bekannt. Es gibt eine Vielzahl von Arten in Deutschland, darunter Chrysopilus, Ptiolina, Rhagio, Spania und Symphoromyia.

Abstammungsdiagramm

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Dieser Text basiert auf dem Artikel Rhagionidae aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz Creative Commons CC-BY-SA 4.0). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.