Lebensweise
In allen Lebensstadien leben die Tiere terrestrisch. Die meiste Zeit ihres Lebens verbringen sie während des Larvenstadiums, während dessen die meisten Arten assoziiert mit dem Erdboden leben. Man findet sie in Mikrohabitaten mit hoher relativer Luftfeuchtigkeit, wie etwa in oder unter abgestorbenen Blättern, in der Bodenstreu von Wäldern, unter Steinen, in lockerer Erde oder unter loser Rinde von Totholz. Die Larven von Arten der Gattung Chauliognathus haben eine auffällige Warntracht, sie fressen offen sichtbar im Freien. Die Oberfläche der Cuticula ist bei den Larven hydrophob, wodurch sie gegenüber Überflutungen ihrer Lebensräume besser geschützt sind. Bei der überwiegenden Anzahl der Arten ernähren sich die Larven als Räuber von flüssiger Nahrung. Sie verwenden dazu ihre hohlen Mandibeln und einen Filter sowie eine spezielle pumpenartige Tasche in der Mundhöhle, um die Flüssigkeit aufzusaugen. Zu den Beutetieren zählen verschiedene Wirbellose, wie etwa Regenwürmer (Lumbricidae), Schnecken (Gastropoda) und die Eier, Larven und Imagines anderer Insekten. Manche Arten können es sogar mit gefährlichen Räubern wie den Larven der Sandlaufkäfer (Cicindelinae) aufnehmen. Unter Laborbedingungen ist bei Überpopulationen auch Kannibalismus nachgewiesen. Es gibt neben den rein räuberisch lebenden Arten auch solche, die omnivor auch teilweise an Pflanzenmaterial fressen.
Die Larvalentwicklung kann sehr komplex sein und bis zu 10 Larvenstadien umfassen. Bei manchen Arten haben die ersten Stadien zurückgebildete Fühler, Mundwerkzeuge und Beine und nehmen keine Nahrung auf. Die Verpuppung erfolgt in der Regel in einer Kammer im Erdboden. In den gemäßigten Breiten bilden die Tiere eine Generation pro Jahr aus, überwintern als Larve und schlüpfen im Frühjahr oder Frühsommer als Imago. Die adulten Käfer leben nur wenige Wochen lang und sind sehr aktiv. Man findet sie auf nahezu jeder Art von lebender Vegetation. Sie besiedeln eine gewaltige Vielzahl verschiedener Pflanzenarten, von Nadelbäumen bis blühenden krautigen Pflanzen. Manche Arten bevorzugen jedoch bestimmte Pflanzenarten. Die Käfer der Gattung Chauliognathus z. B. können häufig beim Blütenbesuch beobachtet werden und sind wichtige Bestäuber dieser Pflanzen. Die Imagines vieler Arten sind gute Flieger und fliegen aktiv während der Nahrungssuche oder auf der Flucht vor Fressfeinden. Die meisten Arten scheinen tagaktiv zu sein, auch wenn manche in der Nacht durch künstliche Lichtquellen angelockt werden. Die adulten Käfer ernähren sich von Wirbellosen, die sie auf Blattwerk finden, oder fressen Nektar oder Pollen. Bei vielen Arten der Podabrini und Cantharini ernähren sie sich vor allem von Röhrenblattläusen (Aphididae), aber auch von Nektar. Wie auch die Larven nehmen sie außerdem nahrhafte Flüssigkeiten auf. Von der Gattung Chauliognathus ist bekannt, dass die Imagines ausschließlich Pollen und Nektar fressen. Von vielen anderen Gruppen der Weichkäfer ist das Nahrungsverhalten jedoch unbekannt.
Larven und Imagines haben paarweise seitlich angeordnete Drüsenporen, mit denen sie übel schmeckende Substanzen absondern. Vor diesen warnen viele Arten, insbesondere bei den Imagines, potentielle Fressfeinde durch ihre Warnfarben. Es gibt auch eine Reihe von Arten, die Mimikry entwickelt haben und nicht nur Arten verschiedener anderer Käferfamilien, sondern auch Wanzen, Zweiflügler und Schmetterlinge imitieren. Das Zusammenspiel all dieser Verteidigungsmechanismen hat den Weichkäfern trotz ihres nur schlecht gepanzerten Körpers ermöglicht, sich sehr erfolgreich zu etablieren.
Die Männchen mancher Arten besitzen außergewöhnliche sekundäre Geschlechtsmerkmale, wie etwa in Greifapparate modifizierte Fühler, eingekerbte und speziell geformte seitliche Ränder des Pronotums und der Spitzen der Deckflügel oder aufwendig modifizierte Hinterleibsenden. All diese sind den Tieren bei der Paarung nützlich und erleichtern die Erkennung der Art. Auch das Absondern von Pheromonen spielt eine wichtige Rolle beim Paarungsverhalten. Bei manchen Gattungen haben die Fühler der Männchen verlängerte geißelartige Ästchen, die die Sinnesfläche vergrößern und damit die Detektion von Pheromonen erleichtern.