
Merkmale
Die Schlanklibellen sind vergleichsweise kleine Libellen mit einem schlanken und langgestreckten, beinahe nadelförmigen Abdomen. Die Beine sind im Gegensatz zu denen anderer Kleinlibellen relativ kurz. Die Variationsbreite der Färbung reicht über das gesamte Farbspektrum, teilweise mit leuchtenden, auffälligen Farben und attraktiven, bunt erscheinenden Farbzusammenstellungen, wobei ein Geschlechtsdimorphismus mit intensiver gefärbten Männchen nicht ungewöhnlich ist. Metallische Färbungen kommen dagegen nur bei wenigen Arten vor. Mittig auf der Oberseite des Vorderkörpers (Thorax) befindet sich typischerweise ein dunkler Mittelstreifen, dem jeweils auf den Seiten ein heller, farbiger Antehumeralstreifen und dann ein dunkler Humeralstreifen folgt. Die Breite dieser Streifen ist artspezifisch, der helle Antehumeralstreifen kann bei einigen Arten auch durchbrochen wirken oder ganz fehlen. Seite und Unterseite des Thorax sind dagegen überwiegend ohne Zeichnung. Das Abdomen weist meist eine arttypische Zeichnung auf, wobei sich in fast allen Gattungen ähnliche, sich bei verschiedenen Arten wiederholende, Elemente finden. Es gibt jedoch auch Schlanklibellen ganz ohne Zeichnung des Abdomens sowie solche mit fast vollständig geschwärztem Abdomen. Besonders bei letzteren ergibt sich durch zeichnungslose, farbige hintere Abdominalsegmente ein auffällig leuchtendes „Schlusslicht“. Das Abdomen der Weibchen ist deutlich kräftiger als das der Männchen, da hier die eierproduzierenden Organe liegen. Meist erscheinen die letzten Abdominalsegmente durch einen deutlich ausgebildeten Legeapparat zusätzlich verdickt. Die Kopf- und Thoraxzeichnung der Weibchen entspricht meist der der Männchen, die Zeichnung des Abdomens ist dagegen häufig unterschiedlich und auf der Oberseite meist ausgedehnter. Die Weibchen einiger Arten treten in verschiedenen Farbmorphen auf; es gibt androchrome, männchenfarbene, oder heterochrome, weibchenfarbene Imagines. Im Gegensatz zu der relativ komplexen Flügeladerung der Großlibellen und der Prachtlibellen ist der Flügelaufbau der Schlanklibellen einfach. Vorder- und Hinterflügel sind, wie bei allen Kleinlibellen, mehr oder weniger gleich gebaut. Die generell ungefärbten Flügel setzen gestielt am Thorax an; die Länge des Schaftes ist dabei je nach Unterfamilie unterschiedlich. Wie in der Überfamilie der Coenagrionoidea üblich liegen stets zwei Antenodalqueradern vor dem Nodus. Die Postnodalqueradern gehen direkt in die den Flügel in seiner Breite durchziehenden Queradern über. Das Pterostigma an der Vorderseite der Flügelspitzen ist nie breiter als eine, maximal eineinhalb der darunterliegenden Zellen. Die durch die Flügeladerung gebildeten Zellen der Flügelmitte sind meist rechteckig, zum unteren Außenrand werden sie vieleckiger und kleiner. In Ruhestellung werden die Flügel fast immer über dem Abdomen zusammengelegt. Die Grundfarbe der Libellen wird häufig noch einmal von der leuchtenden Farbigkeit der weit auseinanderliegenden Facettenaugen übertroffen. Dabei wirkt der obere Teil der Augen dunkler und weniger farbig, teilweise fast schwarz, sodass sich eine optische Mittenteilung ergibt. Eine Ausnahme bildet die Unterfamilie Argiinae, bei der die horizontale Trennung nicht so deutlich ausfällt. Die Kopfvorderseite, also Labrum, Anteclypeus und Clypeus, sind oft heller als der Rest des Kopfes, und die meisten Arten besitzen deutlich ausgebildete farbige Postokularflecken, die miteinander häufig über eine Linie verbunden sind.







