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Tipulidae

Lat. „Tipulidae“
Überfamilie der Unterordnung „Mücken“
1 Überfamilie, 2 Arten

Schnaken, auch bekannt als Bachmücken, Pferdemücken oder Schneider, sind die größten Vertreter der Mücken und können eine Körperlänge von bis zu 40 Millimetern erreichen. Sie haben einen schlanken Körper, schmale Flügel und lange Beine. Schnaken ernähren sich von freiliegenden Säften wie Wasser und Nektar und können die menschliche Haut nicht durchdringen. Die Larven der Schnaken können bei Massenauftreten schädlich sein und in Anpflanzungen von Gemüsepflanzen beträchtlichen Schaden anrichten. Die genaue Position der Schnaken innerhalb der Zweiflügler ist umstritten, und in Deutschland gibt es etwa 140 heimische Arten, die in drei Unterfamilien mit mehreren Gattungen unterteilt werden. Fossile Belege von Schnaken sind aus verschiedenen Bernsteinlagerstätten bekannt.

Hierarchie

Tipula confusa
Lat. „Tipula confusa“
Art der Überfamilie „Tipulidae“
1 Art

Weitere Trivialnamen
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Regional werden Schnaken auch als Bachmücken, Pferdemücken, Averlaker, Langbeinmücken, Schneider, Keilhacken, Mückenhengste, Hexen, Schuster, Schnegger, Slak, Schnok, Amel, Emel, Purks, Pock(s), Hemel, Fräter, Sappen oder Kothammel bezeichnet. In Bayerisch-Schwaben sind sie auch als Habergaukler oder Habergock(e)l bekannt.Bei einigen der Trivialnamen dieser Insekten handelt es sich offenbar um Verwechslungen mit den zu den Spinnentieren gehörenden Weberknechten, die regional ebenfalls als Schneider, Schuster, Tod oder Kanker bezeichnet werden. Auch die aus dem Englischen stammende Bezeichnung „daddy long-legs“ taucht zuweilen in der deutschen Bezeichnung für Schnaken auf als „Meister Langbein“ oder „Opa Langbein“. Dabei ist interessant, dass „daddy long-legs“ in Großbritannien meist Schnaken sind, in den Vereinigten Staaten Weberknechte und in Australien Große Zitterspinnen. Mancherorts wird irrtümlicherweise auch der Begriff Siebenstecher auf Schnaken angewendet, obwohl dieser im Volksmund ursprünglich die ebenfalls nicht zum Stechen befähigten Libellen bezeichnet. Die Bezeichnung als Mückenhengste und ähnliches hängt mit dem Irrglauben zusammen, es handle sich bei Schnaken um die Männchen der Stechmücken.

Merkmale
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Weltweit sind etwa 4000 Arten der Schnaken bekannt, davon etwa 140 in Deutschland. Sie stellen die größten Vertreter der Mücken dar und können eine maximale Größe von fast 40 Millimeter Körperlänge und über 50 Millimeter Flügelspannweite erreichen (Tipula maxima). Die Schnaken besitzen trotz ihrer Größe einen sehr schlanken Körper und schmale Flügel. Der Körper ist meistens grau bis braun, bei einigen Gattungen auch gelb gezeichnet (Krähenschnaken (Nephrotoma)) oder schwarz-gelb beziehungsweise schwarz-rot (Kammschnaken (Ctenophora)). Die Flügel sind sehr häufig schwarz gefleckt und sie werden in Ruhe meistens schräg nach hinten gehalten. Wie bei allen Zweiflüglern sind die Hinterflügel zu Schwingkölbchen (Halteren) umgewandelt. Bei einigen Arten sind auch die Vorderflügel verkümmert. Auffällig sind die langen Beine, die häufig mit Sollbruchstellen versehen sind und entsprechend schnell abbrechen. Die Antennen sind bei den Arten verschieden ausgebildet und bestehen aus einer bei Unterfamilien oder Gattungen unterschiedlichen Anzahl von Antennengliedern. Der Kopf ist nach vorn ausgezogen, wobei die Mundwerkzeuge sehr weich sind und nur zur Aufnahme von Flüssigkeiten befähigen. Das Hinterende ist deutlich verdickt und trägt beim Männchen Zangen und beim Weibchen einen Eierleger (Ovipositor), gebildet aus den Hinterleibsanhängen (Cerci).

Lebensweise
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Besonders gegen Abend bilden die Schnaken häufig kleine Schwärme, die wahrscheinlich der Partnerfindung dienen. Dabei fliegen die verschiedenen Arten zu sehr unterschiedlichen Jahreszeiten. Die Kohlschnake (Tipula oleracea) etwa fliegt von April bis in den Juni und in einer zweiten Generation vom August bis in den Oktober. Die Wiesenschnake (Tipula paludosa) fliegt nur im August und September und die Art Tipula czizeki tritt nur im Oktober und November auf. Wahrscheinlich stellt dieses unterschiedliche zeitliche Vorkommen einen Arttrennungsmechanismus dar, da eine Verpaarung der Kohlschnake mit Tipula czizeki zumindest im Labor möglich ist.

Ernährung
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Schnaken ernähren sich von freiliegenden Säften wie Wasser und Nektar. Andere Nahrung können sie durch ihre Mundwerkzeuge nicht aufnehmen. Die verbreitete Annahme, dass Schnaken den Menschen „stechen“, ist bereits dadurch widerlegt, dass die Mundwerkzeuge der Schnaken die menschliche Haut nicht durchdringen können.

Schadwirkung
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Neben der oben erwähnten nützlichen Funktion können die Larven der Schnaken bei Massenauftreten auch schädlich sein und vor allem in Anpflanzungen von Gemüsepflanzen einen beträchtlichen Schaden anrichten. Im Extremfall können bis zu 400 Larven pro Quadratmeter im Boden leben und dort durch Wurzelfraß sowie durch nächtlichen Oberflächenfraß die Pflanzungen zerstören. Zu den besonders schädlichen Arten zählen dabei die Wiesenschnake (Tipula paludosa), die Kohlschnake (T. oleracea), T. czizeki und verschiedene Nephrotoma-Arten, die hauptsächlich im Wald an Jungpflanzen fressen.

Systematik
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Die Schnaken werden gemeinhin zu den Mücken (Nematocera) gezählt, diese Zuordnung ist jedoch umstritten. Über die genaue Position der Schnaken innerhalb der Zweiflügler ist man sich derzeit nicht einig. Die Familien der Stelzmücken (Limoniidae) und der Moosmücken (Cylindrotomidae) werden häufig als Unterfamilien der Schnaken angesehen. Die etwa 140 in Deutschland heimischen Arten werden gemeinhin in drei Unterfamilien mit mehreren Gattungen verteilt.

Schnaken (Tipulidae) Ctenophorinae Ctenophora Ctenophora festiva Ctenophora flaveolata Ctenophora ornata Ctenophora pectinicornis Dictenidia Dictenidia bimaculata (Linnaeus, 1761) Tanyptera Schwarze Kammschnake (Tanyptera atrata) Dolichopezinae Dolichopeza Tipulinae Tipula Tipula confusa Tipula czizeki Tipula fascipennis Riesenschnake (Tipula maxima) Kohlschnake (Tipula oleracea) Wiesenschnake (Tipula paludosa) Frühlingsschnake (Tipula vernalis) Tipula vittata Krähenschnaken (Nephrotoma) Gefleckte Wiesenschnake (Nephrotoma appendiculata) Nephrotoma cornicina Gelbbindige Schnake (Nephrotoma crocata) Nephrotoma dorsalis Nephrotoma flavescens Nephrotoma flavipalpis Nephrotoma guestfalica Nephrotoma quadrifaria Nephrotoma pratensis Nephrotoma scurra Nephrotoma submaculosa PrionoceraIn Europa kommen folgende Arten vor:

Fossile Belege
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Schnaken sind aus verschiedenen kreidezeitlichen und tertiären Bernsteinlagerstätten bekannt, allerdings nirgends häufig. Die ältesten Belege stammen aus Libanon-Bernstein (Unterkreide, ca. 130 Mio. Jahre), die jüngsten aus Dominikanischem Bernstein (überwiegend Miozän, 15 bis 40 Mio. Jahre). Aus Baltischem Bernstein sind, trotz ihrer vergleichsweise geringen Häufigkeit, Vertreter aus mehr als 30 Gattungen beschrieben, von denen einige noch heute existieren, die ihr Verbreitungsgebiet zumeist in der Holarktis haben.

Literatur
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Klaus Honomichl, Heiko Bellmann: Biologie und Ökologie der Insekten. Fischer, Stuttgart 1996, ISBN 3-437-25020-5 (CD-ROM). Werner Jacobs, Maximilian Renner, Klaus Honomichl: Biologie und Ökologie der Insekten. 3. Auflage. Fischer, Stuttgart 1998, ISBN 3-8274-0799-0. Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten. Kosmos, Stuttgart 2004, ISBN 3-440-09969-5.

Quellen
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== Weblinks ==

Schnaken, auch bekannt als Bachmücken, Pferdemücken oder Schneider, sind die größten Vertreter der Mücken und können eine Körperlänge von bis zu 40 Millimetern erreichen. Sie haben einen schlanken Körper, schmale Flügel und lange Beine. Schnaken ernähren sich von freiliegenden Säften wie Wasser und Nektar und können die menschliche Haut nicht durchdringen. Die Larven der Schnaken können bei Massenauftreten schädlich sein und in Anpflanzungen von Gemüsepflanzen beträchtlichen Schaden anrichten. Die genaue Position der Schnaken innerhalb der Zweiflügler ist umstritten, und in Deutschland gibt es etwa 140 heimische Arten, die in drei Unterfamilien mit mehreren Gattungen unterteilt werden. Fossile Belege von Schnaken sind aus verschiedenen Bernsteinlagerstätten bekannt.

Abstammungsdiagramm

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