Schädlinge
Neben den immensen wirtschaftlichen Schäden, die Blattläuse in allen landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen anrichten können, stellen sie auch für den Hobbygärtner ein erhebliches Problem dar. Ihre Saugtätigkeit an den Pflanzen führt zu Ertrags- und Qualitätsverlusten bis hin zu vollständigem Ernteausfall. Blattläuse sind zudem die wichtigsten tierischen Überträger von Pflanzenviren. Größer als die von den Läusen direkt verursachten Schäden sind oftmals die von ihnen hervorgerufenen Viruserkrankungen der Pflanzen.
Daneben führen die klebrigen Ablagerungen durch den von den Läusen ausgeschiedenen Honigtau oft sekundär zur Ansiedelung von Schwärzepilzen, was auch ein ästhetisches Problem darstellen kann. Ameisen, Wespen, Honigbienen, andere Insekten und selbst einige Wirbeltiere nutzen den von den Blattläusen ausgeschiedenen Honigtau als Nahrungsquelle. Häufig leben Ameisen mit Blattläusen in Trophobiose. Sie unterstützen Blattläuse bei deren Verbreitung und schützen Läusekolonien vor Fressfeinden, um im Gegenzug den Honigtau zu verwerten.
Der Blattlausbefall beginnt meist unbemerkt, jedoch folgt unter optimalen Voraussetzungen für den Schädling eine explosionsartige Vermehrung. Befallen werden praktisch alle Pflanzenarten. Meist findet man die Läuse in beschatteten Bereichen auf Blattunterseiten und in der Nähe von Blüten- und Blattansätzen.
Bekämpft werden können Blattläuse durch:
diverse Pflanzenschutzmittel
natürliche Feinde – Blattläuse werden gefressen von: Marienkäfern und deren Larven, Schwebfliegenlarven, Florfliegenlarven (sog. Blattlauslöwen), Schlupfwespenlarven, Raupenfliegen, Raubwanzen, Laufkäfern, Weichkäfern, Spinnen und Vögeln. Sowohl Marienkäfer als auch Florfliegenlarven sind dabei so populär als Blattlausfresser, dass sie gezüchtet und als Larven oder Eier verkauft werden.
Hausmittel: Als Hausmittel soll insbesondere das Besprühen mit Milch, seifigen Lösungen oder Brennnesselsud einen besonders schnellen und guten Erfolg erzielen.
Biologen der Universität Haifa fanden heraus, dass der feuchte, warme Luftstrom eines bestimmten Kohlendioxidgehalts die Blattläuse zu einem “Massenabsprung” von den befallenen Pflanzen bewegt. Eine Strategie der Insekten, um sich vor herannahenden pflanzenfressenden Säugetieren zu retten.
Bei Rosenknospen erfolgt die schnellste und dauerhafteste Bekämpfung durch Entfernung von Hand über mehrere Tage hinweg.
Mitunter wird auch noch Tabaksud als vermeintlich harmloses Hausmittel empfohlen. Wirkstoff ist hierbei allerdings das hochgiftige Nikotin, welches früher auch professionell als Pestizid eingesetzt wurde, was jedoch wegen der hohen Toxizität seit Jahrzehnten verboten ist.
Einige Arten der Baumläuse gelten nicht nur als Schädlinge, sondern sind als Erzeuger von Honigtau für die Imkerei sehr wichtig.