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Tagpfauenauge

Lat. „Aglais“
Art der Familie „Edelfalter“
1 Art

Das Tagpfauenauge ist ein Schmetterling mit rostroter Flügelgrundfärbung, auffälligen Augenflecken und schwarzen Dornen auf der schwarzen Raupe. Es kommt in Europa bis auf den Norden und Teile der iberischen Halbinsel vor und lebt in offenen Wäldern, Parks und Gärten. Die Falter überwintern in feuchten Winterquartieren und legen 50 bis 200 Eier auf Blätter von Futterpflanzen ab. Die Raupen leben gemeinschaftlich, häuten sich mehrmals und verpuppen sich, um sich nach etwa zwei Wochen als fertige Falter zu entwickeln.

Merkmale
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Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 50 bis 55 Millimetern. Sie haben eine rostrote Flügelgrundfärbung. Das unverkennbare und auffälligste Merkmal sind die an jeder Vorder- und Hinterflügelspitze gut erkennbaren, schwarz, blau und gelb gefärbten Augenflecken. Die der Vorderflügel sind innen deutlicher mit einem dunklen Fleck gefärbt. Daneben finden sich am vorderen Flügelrand größere schwarze und weiße Flecken, die vom Flügelansatz bis etwa zur Mitte am Rand eng weiß und schwarz gemustert sind. Der Flügelaußenrand beider Flügelpaare ist breit graubraun, genauso wie der Körper und die Flügel um den Ansatz. Die Flügelunterseiten sind fein dunkelgrau und schwarz marmoriert.

Die Raupen werden circa 42 Millimeter lang. Sie sind schwarz am gesamten Körper und weisen zahlreiche feine weiße Punkte und schwarze Dornen auf.

Vorkommen
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Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Mitteleuropa über Teile Asiens bis nach Japan. In Europa von der Verbreitung ausgenommen sind der Norden, Teile der iberischen Halbinsel und Griechenland. Man findet Tagpfauenaugen bis in einer Höhe von 2500 m. Sie kommen in Lebensräumen wie offenen Wäldern, aber auch in Parks und Gärten vor.

Lebensweise
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Die Tagpfauenaugen können sowohl mit der modernen Landwirtschaft als auch mit den sonstigen Gegebenheiten, die durch Eingriffe des Menschen verursacht werden, gut zurechtkommen. Begünstigt wird dies durch das rasche Wachstum von Brennnesseln auf stickstoffreichen Böden. Zum Überwintern suchen die Falter leicht feuchte und geschützte Winterquartiere, wie zum Beispiel Höhlen, Keller, Ziegenställe oder Fuchsbaue, auf. Auf Dachböden vertrocknen sie wegen Feuchtigkeitsmangels.

Entwicklung
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Die Weibchen legen 50 bis 200 Eier auf die Unterseite der Blätter von sonnig oder höchstens halbschattig stehenden, luftfeuchten und windgeschützten Futterpflanzen. Die Eiablage mehrerer Weibchen erfolgt manchmal gemeinsam unter das gleiche Blatt. Die Eier sind circa einen Millimeter groß, grün und mit acht feinen Längsrippen versehen. Nach zwei bis drei Wochen schlüpfen die circa drei Millimeter langen Raupen. Sie haben eine weiß grünliche Farbe und eine glänzende, schwarze Kopfkapsel. Sie leben gemeinschaftlich und häuten sich schon nach wenigen Tagen zum ersten Mal. Das Zusammenleben im gemeinsamen Gespinst ist ein wirksamer Schutz gegen Parasiten wie z. B. Schlupfwespen. Die danach leicht graubraunen Raupen legen ein Gespinst an, das in weiterer Folge die ganze Pflanze überzieht. Nach weiteren drei Häutungen und je nach Anzahl der Tiere mehreren Übersiedelungen auf neue Futterpflanzen sind sie, nach insgesamt etwa drei bis vier Wochen, ausgewachsen und tief schwarz mit weißen Punkten. Sie zerstreuen sich, um sich an vertrockneten Stängeln oder ähnlichem in Stürzpuppen zu verpuppen. Sie tun dies, indem sie einige weiße Fäden zu einer kleinen Unterlage zusammenspinnen. Daran hängen sie sich mit ihren Nachschiebern fest und lassen sich leicht gekrümmt hängen. Nach ein bis zwei Tagen presst sich die Puppe durch die Rückenhaut hinter der Kopfkapsel. Die Raupenhaut wird nach oben hin abgestreift und durch kreisende Bewegungen abgeworfen. Zuvor müssen sich die Puppen aber mit feinen Häkchen an der Hinterleibsspitze an der gewebten Unterlage verhaken. Die jungen Puppen haben eine hellgrüne Färbung, die später graugrün oder braun wird. Auch weist die Puppe zwei Reihen glänzender Dornen sowie mehrere metallfarbene Flecken auf. Nach circa zwei Wochen kann man die Flügelzeichnung des fertigen Falters bereits durch die leicht durchsichtige Puppenhülle erkennen. Der Falter bringt diese an der Spitze beginnend an vorgegebenen Nähten zum Reißen und zwängt sich nach unten heraus. Vor dem Abflug werden die schlaffen Flügel mit Blut und Luft aufgepumpt und erhärten danach. Tagpfauenaugen sind schon früh paarungsbereit und können die nächste Generation hervorbringen.

Literatur
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Hans-Josef Weidemann: Tagfalter: beobachten, bestimmen. Naturbuch-Verlag, Augsburg 1995, ISBN 3-89440-115-X. Günter Ebert: Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 1: Tagfalter I. Ulmer Verlag, Stuttgart 1993, ISBN 3-8001-3451-9.

Weblinks#

Kurzfilm zum Entwicklungszyklus des Tagpfauenauge www.schmetterling-raupe.de www.natur-in-nrw.de: Bilder und Informationen Aglais io bei Fauna Europaea Tagfalter in Rheinland-Pfalz - Tagpfauenauge

Das Tagpfauenauge ist ein Schmetterling mit rostroter Flügelgrundfärbung, auffälligen Augenflecken und schwarzen Dornen auf der schwarzen Raupe. Es kommt in Europa bis auf den Norden und Teile der iberischen Halbinsel vor und lebt in offenen Wäldern, Parks und Gärten. Die Falter überwintern in feuchten Winterquartieren und legen 50 bis 200 Eier auf Blätter von Futterpflanzen ab. Die Raupen leben gemeinschaftlich, häuten sich mehrmals und verpuppen sich, um sich nach etwa zwei Wochen als fertige Falter zu entwickeln.

Abstammungsdiagramm

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