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Grabwespen

Lat. „Sphecidae“
Familie infraorder „Stechimmen“
1 Familie, 4 Arten

Die Grabwespen (Sphecidae) umfassen mittelgroße bis große Insekten mit einem langen, dünnen Stielchenglied (Petiolus) und einem kräftig entwickelten ersten Hinterleibssegment (Propodeum). Die meisten Arten haben einen schwarzen Körper mit rot oder gelb gefärbter Hinterleibsbasis und Petiolus. Grabwespen sind weltweit verbreitet, wobei verschiedene Arten in verschiedenen Regionen vorkommen. Sie weisen unterschiedliche Lebensweisen auf, darunter parasitoide Arten, die ihre Wirtstiere betäuben und dann ihre Eier an ihnen befestigen, und Arten mit primitivem Sozialverhalten, die gemeinsam Nester bauen. Es gibt wenig bekannte spezialisierte Feinde der Grabwespen, darunter Fleischfliegen und Parasitoide wie der Fächerflügler Xenos sphecidarum. Die Familie Sphecidae umfasst mehrere Gattungen und viele verschiedene Arten.

Hierarchie

Heuschreckensandwespe
Lat. „Sphex funerarius“
Art der Familie „Grabwespen“
1 Art
Stahlblauer Grillenjäger
Lat. „Isodontia mexicana“
Art der Familie „Grabwespen“
1 Art

Merkmale
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Die mittelgroßen bis großen Grabwespen besitzen ein sehr langes und dünnes Stielchenglied (Petiolus). Das erste Hinterleibssegment (Propodeum) ist kräftig entwickelt und hat eine streifenförmige oder grob gerunzelte Oberfläche. Die Schienen (Tibien) der mittleren Beine tragen bei den meisten Arten zwei Sporen. Bei beiden Geschlechtern ist kein Pygidialfeld ausgebildet. Der Körper der Tiere hat meist eine schwarze Grundfarbe, die Hinterleibsbasis und der Petiolus sind rot bis rötlich oder gelb gefärbt, der Hinterleib ist bei manchen Arten metallisch glänzend. In den Tropen treten auch grün oder blau schillernd gefärbte Arten auf.

Vorkommen und Lebensraum
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Die Sphecidae sind weltweit verbreitet. Die meisten Vertreter der Sceliphrini sind in Amerika verbreitet, die Gattungen Chalybion und Sceliphron kommen vor allem im tropischen Afrika, aber auch im Mittelmeerraum vor. Die Gattungen der Tribus Sphecini sind weltweit verbreitet, die Gattungen Sphex, Isodontia, Palmodes und Prionyx treten in der Paläarktis und dort hauptsächlich im Mittelmeerraum auf. Innerhalb der Tribus Ammophilini sind vier teils tropisch, teils mediterran verbreitete Gattungen, sowie die auch in Mitteleuropa auftretenden Gattungen Podalonia und die Sandwespen (Ammophila) enthalten.

Lebensweise
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Die Sphecidae sind eine Gruppe, in der sehr unterschiedliche Lebensweisen auftreten. Es gibt Arten, die wie Parasitoide leben und ihre Wirte wie beispielsweise Grillen in ihrem unterirdischen Bau aufspüren. Diese flüchten an die Oberfläche, wodurch ihnen das Wespenweibchen nach einer nur kurz andauernden Betäubung ihr Ei anheften kann. Nach der Paralyse kehrt das Wirtstier in seinen Bau zurück und wird schließlich von der Wespenlarve nach und nach aufgefressen. Es gibt jedoch auch Arten, wie etwa die der in der Neotropis verbreiteten Gattung Trigonopsis, die ein primitives Sozialverhalten aufweisen. Zwei bis vier Weibchen bauen gemeinsam mehrzellige, nebeneinander liegende Nester aus Schlamm und helfen sich gegenseitig auch dabei. Die Männchen bleiben ebenso am Nest und verteidigen es. Auch Feinde, wie etwa Ameisen werden gemeinsam abgewehrt. Offenbar kehren die Wespen der nächsten Generation auch zu ihren Nestern zurück. Bei den Gattungen Sphex, Podalonia und Ammophila graben die Weibchen ihre Nester im Erdreich, welche sich am Ende eines Gangs erweitern. Die Larven werden mit betäubten Wirtstieren versorgt. Anders als ansonsten bei Grabwespen üblich legen einige Arten der Gattung Podalonia ihr Nest erst nach der Jagd auf Wirtstiere an, wie dies ansonsten von den Wegwespen (Pompilidae) bekannt ist. Gelegentlich werden auch mehrere Nester gleichzeitig versorgt, wie bei manchen Arten der Gattung Ammophila oder werden in einem Nest innerhalb einer großen Brutzelle mehrere Larven versorgt, wie bei manchen Arten der Gattung Isodontia.

Spezialisierte Feinde
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Über spezialisierte Parasitoide an den Sphecidae ist nur wenig bekannt. Fleischfliegen der Gattung Metopia sind häufige Prädatoren von Spheciden. Die im Grabenwespennest abgelegte Dipterenlarve frisst das Wespenei und anschließend dessen Proviant. Bei den Imagines treten gelegentlich auch Parasitoide, wie etwa der Fächerflügler Xenos sphecidarum auf.

Systematik
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Im Folgenden werden alle derzeit anerkannten rezenten Subtaxa bis hinunter zur Gattung sowie die europäischen Arten aufgelistet:

Unterfamilie Ammophilinae André, 1886 Gattung Sandwespen (Ammophila) W. Kirby, 1798 Ammophila albotomentosa Morice, 1900 Ammophila campestris Latreille, 1809 Ammophila gracillima Taschenberg, 1869 Ammophila heydeni Dahlbom, 1845 Ammophila hungarica Mocsary, 1883 Ammophila laevicollis E. Andre, 1886 Ammophila leclercqi Menke, 1964 Ammophila modesta Mocsary, 1883 Ammophila nasuta Lepeletier, 1845 Ammophila occipitalis F. Morawitz, 1890 Ammophila pubescens Curtis, 1836 Ammophila sabulosa (Linnaeus, 1758) Ammophila sareptana Kohl, 1884 Ammophila striata Mocsary, 1878 Ammophila terminata F. Smith, 1856 Gattung Eremnophila Menke, 1964 Gattung Eremochares Gribodo, 1883 Eremochares dives (Brulle, 1833) Gattung Hoplammophila de Beaumont, 1960 Hoplammophila armata (Illiger, 1807) Hoplammophila clypeata (Mocsary, 1883) Gattung Parapsammophila Taschenberg, 1869 Parapsammophila caspica (Gussakovskij, 1930) Gattung Podalonia Fernald, 1927 Podalonia affinis (W. Kirby, 1798) Podalonia alpina (Kohl, 1888) Podalonia atrocyanea (Eversmann, 1849) Podalonia fera (Lepeletier, 1845) Podalonia hirsuta (Scopoli, 1763) Podalonia luffii (Saunders, 1903) Podalonia mauritanica (Mercet, 1906) Podalonia merceti (Kohl, 1906) Podalonia minax (Kohl, 1901) Podalonia rothi (Beaumont, 1951) Podalonia tydei (Le Guillou, 1841)Unterfamilie Chloriontinae Fernald, 1905 Gattung Chlorion Latreille, 1802Unterfamilie Sceliphrinae Ashmead, 1899 Tribus Podiini de Saussure, 1892 Gattung Dynatus Lepeletier de Saint Fargeau, 1845 Gattung Penepodium Menke in R. Bohart & Menke, 1976 Gattung Podium Fabricius, 1804 Gattung Trigonopsis Perty, 1833 Tribus Sceliphrini Ashmead, 1899 Gattung Chalybion Dahlbom, 1843 Chalybion (Chalybion) flebile (Lepeletier, 1845) Chalybion (Chalybion) zimmermanni Dahlbom, 1843 Chalybion (Hemichalybion) femoratum (Fabricius, 1781) Gattung Sceliphron Klug, 1801 Sceliphron caementarium (Drury, 1770) Sceliphron curvatum (F. Smith, 1870) Sceliphron deforme (F.Smith, 1856) Sceliphron destillatorium (Illiger, 1807) Sceliphron funestum Kohl, 1918 Sceliphron madraspatanum (Fabricius, 1781) Sceliphron spirifex (Linnaeus, 1758)Unterfamilie Sphecinae Latreille, 1802 Tribus Prionychini Bohart & Menke, 1963 Gattung Chilosphex Menke in R. Bohart & Menke, 1976 Chilosphex argyrius (Brulle, 1833) Gattung Palmodes Kohl, 1890 Palmodes melanarius (Mocsary, 1883) Palmodes occitanicus (Lepeletier & Serville, 1828) Palmodes strigulosus (A. Costa, 1843) Gattung Prionyx Vander Linden, 1827 Prionyx crudelis (F. Smith, 1893) Prionyx kirbii (Vander Linden, 1827) Prionyx lividocinctus (A. Costa, 1858) Prionyx niveatus (Dufour, 1854) Prionyx nudatus (Kohl, 1885) Prionyx subfuscatus (Dahlbom, 1845) Prionyx viduatus (Christ, 1791) Tribus Sphecini Latreille, 1802 Gattung Isodontia Patton, 1880 Isodontia mexicana (Saussure, 1867) Isodontia paludosa (Rossi, 1790) Isodontia splendidula (A. Costa, 1858) Gattung Sphex Linnaeus, 1758 Sphex atropilosus Kohl, 1885 Sphex flavipennis Fabricius, 1793 Sphex funerarius Gussakovskij, 1934 Sphex leuconotus Brulle, 1833 Sphex pruinosus Germar, 1817 Tribus Stangeellini Bohart & Menke, 1976 Gattung Stangeella Menke, 1962

Weblinks#

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Die Grabwespen (Sphecidae) umfassen mittelgroße bis große Insekten mit einem langen, dünnen Stielchenglied (Petiolus) und einem kräftig entwickelten ersten Hinterleibssegment (Propodeum). Die meisten Arten haben einen schwarzen Körper mit rot oder gelb gefärbter Hinterleibsbasis und Petiolus. Grabwespen sind weltweit verbreitet, wobei verschiedene Arten in verschiedenen Regionen vorkommen. Sie weisen unterschiedliche Lebensweisen auf, darunter parasitoide Arten, die ihre Wirtstiere betäuben und dann ihre Eier an ihnen befestigen, und Arten mit primitivem Sozialverhalten, die gemeinsam Nester bauen. Es gibt wenig bekannte spezialisierte Feinde der Grabwespen, darunter Fleischfliegen und Parasitoide wie der Fächerflügler Xenos sphecidarum. Die Familie Sphecidae umfasst mehrere Gattungen und viele verschiedene Arten.

Abstammungsdiagramm

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