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Milben & Zecken

Lat. „Acari“
subclass der Klasse „Spinnentiere“
1 subclass, 2 Arten

Milben sind eine Gruppe von kleinen Arthropoden, die sich durch verschiedene Lebensweise und Körperbau auszeichnen. Sie kommen in einer Vielzahl von Lebensräumen vor, einschließlich Boden, Wasser und sogar im Körper von Tieren und Menschen. Es gibt verschiedene Arten von Milben, von denen einige Raubtiere sind, während andere sich von Pflanzen, Pilzen oder Aas ernähren. Einige Milbenarten haben auch eine positive Auswirkung auf die Landwirtschaft, da sie Schädlinge bekämpfen können.

Hierarchie

Rote Samtmilbe
Lat. „Trombidium holosericeum“
Art subclass „Milben & Zecken“
1 Art

Merkmale
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Während Spinnen ausschließlich räuberisch leben und alle im Allgemeinen einen ähnlichen Körperbau haben, unterscheiden sich Milben auf Grund ihrer verschiedenen Lebensweise untereinander viel stärker. Die kleinsten Milben sind nur etwa 0,1 Millimeter groß. Die größten sind Zecken, bei denen die Weibchen im vollgesogenen Zustand bis zu drei Zentimeter groß sein können. Wie auch Webspinnen haben Milben acht Beine, obwohl sie im Larvenstadium oft nur sechs Beine besitzen. Da Milben absolut betrachtet nicht besonders schnell sind, benutzen etliche von ihnen andere Tiere wie beispielsweise Insekten als Transportmittel (siehe Phoresie), um größere Entfernungen zu überwinden. Dabei saugen einige Milben während des Ritts die Körpersäfte ihres Wirts. Eine tropische Hornmilbenart (Archegozetes longisetosus) ist, im Verhältnis zu ihrer Körpergröße von 0,8 mm betrachtet, das stärkste Tier der Welt: Sie kann beinahe das 1200-Fache des eigenen Körpergewichts halten, etwa fünfmal so viel, wie theoretisch zu erwarten wäre.Zwar gibt es Milbenarten, die einen Gesichtssinn zur Jagd auf Lebendbeute benutzen, dennoch sind die Individuen vieler anderer Milbenarten durch Blindheit gekennzeichnet. Die zentralen Augen der Arachniden sind bei Milben allgemein nicht vorhanden oder sie sind zu einem einzigen Auge verschmolzen. Generell kann man bei Milbentieren eine Augenzahl von null bis fünf vorfinden.

Vorkommen
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Milben haben sehr viele Lebensräume besiedelt. Rund die Hälfte der bekannten Arten lebt im Boden; dabei wird bei optimalen Bedingungen eine Besiedlungsdichte von einigen hunderttausend Milben pro Quadratmeter erreicht. Unter den Lebensräumen befinden sich allerdings auch so ungewöhnliche wie beispielsweise Affenlungen, Nasenlöcher von Vögeln und Tracheenöffnungen von Insekten. Auch die meisten Menschen beherbergen Milben, Haarbalgmilben beispielsweise an den Haarwurzeln der Augenwimpern. Selbst aquatische Lebensräume werden von Süßwassermilben besiedelt.

Ernährung
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Neben den Raubmilben gibt es solche, die sich von Pflanzen oder Pilzen ernähren, und wiederum andere, die von Aas oder abgestorbenem Gewebe leben. Außerdem gibt es unter den Milben viele Parasiten.

Nutzwirkung
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Viele Raubmilben werden auch als Nützling eingestuft, da sie im Weinbau, in der Landwirtschaft und im Gartenbau Schädlinge bekämpfen. Zu diesem Zweck werden sie in Gewächshäusern unter kontrollierten Bedingungen gezüchtet. Milben der Arten Tyrolichus casei (frühere Bezeichnung Tyroglyphus casei) und seltener auch Acarus siro (Mehlmilbe) werden als Nutztiere zur Herstellung von Milbenkäse (Mimolette) genutzt.

Systematik
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Siehe auch: Systematik der Milben Die sechs Ordnungen der Milben werden in zwei Überordnungen zusammengefasst: Überordnung Acariformes Sarcoptiformes Trombidiformes Überordnung Parasitiformes Mesostigmata Holothyrida Zecken (Ixodida) Opilioacarida

Arten (Auswahl)
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Alaskozetes antarcticus Gemeine Käfermilbe (Parasitus coleoptratorum) Grabmilben Haarbalgmilbe Hausstaubmilben Herbstmilbe oder Erntemilbe (Neotrombicula autumnalis) Histiostomatidae Hornmilbe (Archegozetes longisetosus) Ahorn-Gallmilbe oder Hörnchengallmilbe (Aceria macrorhyncha) Johannisbeergallmilbe oder Johannisbeerknospengallmilbe (Cecidophyopsis ribis) Käsemilbe (Tyrolichus casei) Lindengallmilbe Mehlmilbe Milzbrand-Milbe Muschelkrebsmilbe Parasitellus fucorum Rote Samtmilbe, Sammetmilbe (Trombidium holosericeum) Runenmilbe Spinnmilben, Rote Spinne (Metatetranychus ulmi) Wassermilbe (Hydrodroma spec.) Teichmilbe Tropische Rattenmilbe (Ornithonyssus bacoti) Varroamilbe Vogelmilben: Rote Vogelmilbe, Nordische Vogelmilbe Große Zwiebelschalenmilbe (Rhizoglyphus echinops) Kleine Zwiebelschalenmilbe (Tarsonemus laticeps)

Fossile Belege
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Milben sind in tertiärem Bernstein (u. a. Baltischer Bernstein, Dominikanischer Bernstein) nicht selten. Ältere Belege sind hingegen äußerst rar und fehlten bis vor Kurzem aus dem Mesozoikum völlig. Die Milbe Protacarus crani aus dem schottischen Devon gilt als das älteste Fossil dieses Taxons und zugleich als einziger Nachweis einer Milbe aus dem Paläozoikum. Im Jahr 2012 wurden zwei Exemplare in 230 Millionen Jahre altem triassischem Bernstein aus den italienischen Dolomiten entdeckt. Die beiden artverschiedenen, zu den Gallmilben (Eriophyidae) gehörenden Fossilien wurden von ihrem Entdecker David Grimaldi (American Museum of Natural History, New York) Triasacarus fedelei und Ampezzoa triassica genannt. Die fossilen Formen unterscheiden sich in der Regel nur geringfügig von ihren rezenten Verwandten, sodass Paläozoologen von einer früh stagnierenden Evolution der Milben ausgehen.

Weblinks#

Acari (Milben), von Michael Becker (Memento vom 15. September 2015 im Internet Archive) Milben im Boden (Memento vom 5. April 2015 im Internet Archive) Internetmemento einer Seite auf ahabc.de – Magazin für Boden und Garten.

== Einzelnachweise ==

Milben sind eine Gruppe von kleinen Arthropoden, die sich durch verschiedene Lebensweise und Körperbau auszeichnen. Sie kommen in einer Vielzahl von Lebensräumen vor, einschließlich Boden, Wasser und sogar im Körper von Tieren und Menschen. Es gibt verschiedene Arten von Milben, von denen einige Raubtiere sind, während andere sich von Pflanzen, Pilzen oder Aas ernähren. Einige Milbenarten haben auch eine positive Auswirkung auf die Landwirtschaft, da sie Schädlinge bekämpfen können.

Abstammungsdiagramm

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Dieser Text basiert auf dem Artikel Acari aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz Creative Commons CC-BY-SA 4.0). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.