Lebensweise
Sowohl die Larven, als auch die Imagines besiedeln eine große Bandbreite verschiedener Lebensräume, entsprechend vielfältig ist ihre Lebensweise. Häufig findet man die Larven gemeinsam mit den adulten Tieren, oder sie bewohnen zumindest das gleiche Substrat. Die Tiere fressen überwiegend an Oberflächen, es gibt jedoch auch solche, die in fermentierenden Flüssigkeiten (manche Nitidulinae und Cryptarchinae), in fleischigen Pilzen (viele Nitidulinae) oder selten in Blättern minierend (Gattungen Anister, Oxystrongylus und Xenostrongylus) fressen. Die adulten Käfer graben im Allgemeinen nicht, wenngleich viele mit Holz assoziiert sind und dort allerdings vermutlich unter Rinde oder in bereits vorhandenen Tunneln von holzbohrenden Insekten leben. Jene Arten, die an unterirdisch wachsenden Pilzen leben, graben vermutlich aktiv. Die überwiegende Anzahl der Glanzkäfer ernährt sich von makro- oder mikroskopischen Pilzen, die an verrottendem Pflanzenmaterial oder Blattgewebe wachsen. Gefressen wird an den meisten großen Gruppen der Pilze. Es gibt Arten die polyphag an vielen verschiedenen Arten fressen, andere sind auf bestimmte Arten spezialisiert. Arten die sich auf Bauchpilze (Gasteromycetes) spezialisiert haben, wie beispielsweise die der Gattungen Lycoperdina oder Caenocara sind ungewöhnlich für Käfer. Viele Arten, wie beispielsweise manche Arten der Cryptarchinae, Cillaeinae, Nitidulinae und Calonecrinae nehmen auch an Wunden austretenden Pflanzensaft auf. Dadurch sind sie für die Übertragung von Pilzerkrankungen an den Pflanzen verantwortlich, da die darin befindlichen Hefen und andere fermentierenden Pilze nicht nur aufgenommen, sondern auch auf andere Pflanzen übertragen werden. Die Käfer sind auch für die Ökologie des Erdbodens wichtig. Insbesondere Arten der Gattung Stelidota werden häufig zahlreich im Waldboden gefunden.
Von zumindest drei Gattungen ist auch das Fressen an Aas bekannt. Arten der Gattungen Nitidula und Omosita findet man auch an bereits stark verwesten und vertrockneten Überresten, weswegen sie in der Forensik, aber auch in der Ökologie von Bedeutung sind. In der Unterfamilie Meligethinae, bei einigen Arten der Cillaeinae und Epuraeinae, sowie manchen Nitidulinae fressen die Tiere lebendes Pflanzenmaterial, insbesondere Pollen und Blüten. Manche Arten, die an Pflanzen leben ernähren sich von Rostpilzen, Brandpilzen, Hefen und anderen auf pflanzlichen Oberflächen wachsenden Pilzen. Es gibt aber auch Arten, die direkt an den Pflanzen und an deren Früchten fressen. Insbesondere die Gattung Carpophilus zählt zu den Fruchtfressern und tritt in der Landwirtschaft und auch in Lagern als Schädling auf. Die sehr gut erforschte Gattung Meligethes frisst beispielsweise an Kreuzblütlern (Brassicaceae). Mehrere Arten, insbesondere die der Gattung Macrostola fungieren als Bestäuber von Palmen.
Die Cybocephalinae und Cychramptodes leben räuberisch von Pflanzenläusen. Auf Schildläuse spezialisierte Arten könnten eine Rolle bei der biologischen Schädlingsbekämpfung spielen. Bei der Art Amphicrossus japonicus ist das Fressen von Stechmückenlarven in überfluteten Bambusstümpfen dokumentiert. Die Art ist bisher die einzige, bei der Glanzkäfer in einem aquatischen Lebensraum nachgewiesen sind. Die Käfer können durch Härchen auf der Bauchseite Luft ins Wasser transportieren und so atmen. Es gibt auch mehrere Arten die an den Larven von Borkenkäfern (Scolytinae) fressen. Ob rein räuberisch, oder bloß fakultativ ist noch nicht erforscht. Es gibt einige wenige Arten die in den Nestern von staatenbildenden Insekten, wie Ameisen, Termiten oder Honigbienen leben.
Die Larven der Glanzkäfer schlüpfen nach ein bis sieben Tagen aus ihren Eiern. Die Larven entwickeln sich in der Regel innerhalb von einer bis drei Wochen und durchleben dabei zwei oder drei Stadien. Die Puppenruhe dauert bei multivoltinen Arten fünf bis sieben Tage, bei jenen die überwintern, dauert sie mehrere Monate. Die Verpuppung findet häufig im Erdboden statt.